Traumhaus gefunden

Die meisten der für uns interessanten Häuser haben wir über Makler gefunden. So auch das beinahe gekaufte Haus. Natürlich haben wir uns auch in die Verteiler aller anderen in Frage kommender Makler aufnehmen lassen.

Doch dieses Haus stammte nicht von einem der uns bekannten Vermittler. Es erschien bei Immobilenscout an einem späten Freitagnachmittag. Vermittler war die LBS mit Sitz in Longerich (
https://www.lbs.de/beratung/west/koeln_longericher_hauptstr/index_239221.jsp). Damit wir auch bloß nichts verpassen, haben wir sofort

  • auf die Anzeige bei Immobilienscout geantwortet,
  • je eine E-Mail an den zuständigen Ansprechpartner und den Geschäftsstellenleiter geschickt,
  • Auf den Anrufbeantworter der Geschäftsstelle gesprochen,
  • Ein Fax geschickt,
  • Einen Zettel mit unserer Absicht in den Briefkasten der Geschäftsstelle geworfen
  • stündlich versucht, ob nicht vielleicht doch jemand ans Telefon geht
  • uns auf die Suche nach dem Haus gemacht – denn das Expose enthielt keine Adresse

Baugrundstück in gewachsenem Viertel in Köln – fast aussichtlos

Unser neues Zuhause muss in einem bestehenden Viertel liegen. Nochmal Neubaugebiet kommt für uns nicht in Frage. Aber ein leeres, bebaubares Grundstück inmitten einer langjährig bestehenden Wohngegend findet sich nicht sehr leicht. Vorhandene Baulücken gibt es höchstens dort, wo wir nicht wohnen möchten. Es kommt also nur der Umbau eines bestehenden Hauses in Frage – zumindest glauben wir das zu diesem Zeitpunkt noch.
Unser Wunsch war ein Haus in Longerich (vorzugsweise Gartenstadt Nord), Heimersdorf oder evtl. Weiden. Und so durchforsteten wir viele Monate (eigentlich schon Jahre) die einschlägigen Immobilienbörsen und -portale. Gelegentlich gibt es einen Treffer – aber meistens wurden diese Häuser oberfächlich aufgehübscht, damit sie sich besser verkaufen lassen. So müsste man vieles wieder zurückbauen, um alles nach unseren Wünschen wieder neu erstellen zu können. Die Preisvorstellungen mancher Verkäufer waren jenseits von Gut und Böse, wir haben viele Beispiele von Verheimlichung oder Verschleierung erfahren. “Die feuchte Wand stammt noch von einer defekten Waschmaschine, das ist keine große Sache”. Überlegt man aber einen Tag zu lange, ist das Angebot schon weg.

Einmal waren wir fast am Ziel, die Lage war – eigentlich – gut, in der Longericher Gartenstadt Nord – jedoch in unmittelbarer Nähe zum Heilig-Geist Krankenhaus. Der Preis war ok, die Lage war ok – und so planten wir den notwendigen Umbau. Ohne jedoch gekauft zu haben. In Windeseile haben wir mit Unterstützung des Architekten Knop die Pläne erstellt und versucht, vom Bauaufsichtsamt eine schnelle Einschätzung zur Machbarkeit zu bekommen. Im Wesentlichen wollten wir:

  • den Dachstuhl etwas höher setzen (Drempel), damit ausreichend Platz im Dachgeschoss entsteht
  • vorne vor dem Haus einen Aufzug installieren, mit dem man vom Keller bis ins Dachgeschoss fahren kann
  • an der Hinterseite des Hauses einen Anbau erstellen
  • verschiedene tragende Wände entfernen und mit Stahlträgern abstützen

In der Straße gibt es ein Haus, das – bis auf den Aufzug – genau diese Maßnahmen schon umgesetzt hat. Also haben wir mit wenig Gegenwind gerechnet. Aber Fehlanzeige. Nur weil jemand in derselben Straße diese Umbauten schon vorgenommen hat, bedeutet das keineswegs, dass wir das auch dürfen. Wir sollten unsere Planung “ein wenig” zurückhaltender gestalten. Außerdem sei ein Aufzug vorne vor dem Haus ganz undenkbar, da er nicht in der vorgesehenen Bau-Flucht stünde. Hinter dem Haus sei doch genug Platz. Die Planung wäre für uns schon mit Einschränkungen verbunden gewesen. Aber den Aufzug hinter das Haus setzen zu lassen, hätte auch noch die Nutzung unzumutbar eingeschränkt: Ein Rollstuhlfahrer hätte z.B. vom Schlafzimmer per Aufzug runter ins Wohnzimmer fahren müssen um von dort ins Badezimmer zu gelangen.

Wir haben uns dagegen entschieden.

Außerdem haben wir festgestellt, dass es beinahe aussichtslos ist, ein vorhandenes Haus in einem gewachsenen Viertel nach unseren Bedürfnissen umzubauen: Wenn wir ein Haus finden, müssten wir schon ein paar Wochen Zeit haben, um neue Pläne zu erstellen und auf der Grundlage eine Anfrage ans Bauamt zu stellen – BEVOR wir kaufen. Alle preislich “attraktiven” Häuser fallen damit praktisch weg, denn andere Interessenten kaufen sofort. Preislich gibt es – bei unseren Anforderungen – keinen großen Unterschied zwischen der “ordentlichen” Sanierung eines alten Hauses und dem Abriss und kompletten Neubau. Der Neubau hat aber weniger Risiken.

Damit steht für uns fest, dass wir zwar nach einem Haus mit Grundstück suchen, aber – wenn nötig – auch ein neues Haus an der Stelle planen würden.

2014 steht für uns fest: Wir müssen umziehen!

Ansicht unseres Hauses im Rohbau

Der Zustand in unserem zu Hause in Köln Blumenberg wird mit jedem Tag weniger erträglich: Das Haus und alles drumherum ist einfach nicht für eine große Familie mit einem Behinderten geschaffen. Die üblichen Maßnahmen sind ausgeschöpft: Das Dachgeschoss ist ausgebaut, Mama & Papa schlafen im Keller und das Wohnzimmer ist mit einem Wintergarten erweitert – doch das reicht einfach nicht mehr aus: Als Felix noch klein war, konnte man ihn auf dem Arm die Treppe rauf und runter tragen. Mit jetzt über 60 Kg Körpergewicht ist das ausgeschlossen. Da Felix ganz oben im Haus schläft (der leiseste Raum), sind es entsprechend viele Stufen. Duschen in der (standard) Duschkabine ist sehr anstrengend und gefährlich – neben Duschhocker oder -liege bleibt kaum Platz für die Pflegeperson. Der Einstieg ist natürlich auch zu hoch und der Belag zu rutschig. Außerdem ist das Bad zu weit von seinem Zimmer entfernt. Ein Ankleiden ohne Sitz- und Stützgelegenheit eine Tortur.

Die vielen Hilfsmittel sind – jedes fürs sich – ein absoluter Segen. Aber sie benötigen auch eine Menge Platz. Während man sie benutzt – aber auch dann, wenn man sie gerade nicht benutzt. Dach und Keller sind bereits ausgebaut, die Garage gefüllt mit Spezialfahrrad und Elektromobil und im Wintergarten thronen die Hilfsmittel, die gerade verwendet werden. Der Platz für die Übungen der Physiotherpie ist zu klein.

Ach ja. hier leben auch noch 5 andere Personen, …

Kurzum: Es muss sich dringend etwas ändern. Ein weiterer Umbau des Hauses wäre zwar noch möglich (z.B. barrierefreies Badezimmer mit ebenerdiger Dusche, Treppenlift, Rampe zum Hauseingang etc.), würde aber eine Menge kosten und nur wenige Anforderungen und nur sehr eingeschränkt erfüllen. Wir fassen den Entschluss: Wir müssen hier raus.